Der Verein Kamaruta startet sein erstes
Projekt. Ein Hospital in Tansania erhält jetzt die Möglichkeit,
Patientendaten per Computer zu sammeln und zu verwalten. RUDI KÜBLER Wenn
hierzulande, Patientendaten in Kliniken nicht mehr aufzufinden sind,
ist das Geschrei groß. Zu recht. Ungleich schwieriger ist es, in
afrikanischen Ländern Akten den Patienten zuzuordnen: Im
Mafinga-Hospital im Südwesten Tansanias erhält jeder Patient, der
entlassen wird, eine Karte mit einer Nummer. Verliert er die Karte,
"sind die Daten weg", sagt Prof. Jochen Bernauer. Er, der
an der Hochschule Ulm lehrt und Gründungsmitglied des Neu-Ulmer Vereins
Kamaruta ist, stellt das Projekt heute (15 Uhr) an der Neu-Ulmer FH Dr.
Amos Mwakilasa vom tansanischen Gesundheitsministerium vor: Am Hospital
in Mafinga wird jetzt eine Patientenverwaltung per Computer
eingerichtet. "Das wird ein Prototyp für andere ländliche Krankenhäuser
in Afrika", sagt Bernauer. Wie das Projekt umgesetzt wird?
Drei Studenten, Katrin Andres, Daniela Hilbig und Andreas Mack, fliegen
nach Tansania und werden im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit die
Klinik-Mitarbeiter schulen. Wichtig sei dem Verein, "nicht nur Computer
und Software nach Tansania zu schicken, sondern die Menschen vor Ort in
die Entwicklung miteinzubeziehen". Die Software stellt übrigens eine
Ulmer Firma, die Studenten stammen wie Bernauer von der Hochschule Ulm,
der Verein Kamaruta, der die Rechner finanziert, ging vor einem Jahr
aus einem Stipendiaten-Programm der FH Neu-Ulm für afrikanische
Gesundheitsexperten hervor. Bernauer: "Die Kooperation läuft sehr gut."

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